Die persönliche Jenseitsvorstellung eines Autors. Zentrales Thema ist die Befreiung von materiellen Zwängen und Leid. Ebenso spielt das Wiedersehen mit alten Bekannten eine wesentliche Rolle in diesem Gedankenbild.

Wiedersehen und Versöhnung

Befreiung von der Materie

Dem Tode kann kein Mensch ausweichen. Er gehört zum Leben dazu. Dennoch habe ich lange diesen Gedanken verdrängt. Durch die Krankheit und das Sterben eines lieben Menschen in der Familie habe ich mich jedoch eine Weile bewusst damit auseinandergesetzt. Meine Hoffnung ist ein Leben in einem Jenseits, welches dieser irdischen Welt in vielen Dingen ähnelt, aber Leid ausklammert.

Das Jenseits ist in meinen Vorstellungen ein heller Ort. Es gibt unterschiedliche Landschaften, Licht ist dabei überall. Es gibt keine Dunkelheit mehr. Eine Vorstellung von Zeit oder konkretem Raum in Form von Häusern ist aufgehoben. Die menschliche Hülle, unser Körper, ist nicht mehr fühlbar existent. Sie ist aber für die anderen, die im Jenseits sind, noch sichtbar. So erkennen wir auch die gestorbenen Menschen, die wir auf der Erde gekannt und geliebt haben.

Jeder, der gestorben ist, kommt unabhängig von Lebensweise und religiösen Ansichten in dieses Jenseits. Hier geht es weiter. Die Hülle ist geistig noch sichtbar, aber materiell hat sie sich aufgelöst. Krankheiten, die auf der Erde gequält haben, sind nun nicht mehr da. Entsprechend gibt es auch keine Schmerzen mehr. Vielmehr spielt sich hier alles auf der geistigen Ebene ab. Gesundheitliches Leid, was uns im irdischen Leben geplagt hat, haben wir durch das irdische Versterben hinter uns gelassen.

Was bleibt und was geht

Unsere Gedankenwelt, die uns auch schon so auf der Erde präsent war, ist immer noch weiter da. Wir haben nichts vergessen. Gedankliche Nöte spielen weiterhin eine tragende Rolle. Sorgen um einen geliebten Menschen, der noch auf der Erde ist, sind so ein Beispiel. Man wartet auf die, die noch kommen werden. Was noch zu besprechen oder auszudiskutieren ist, muss auch im Jenseits weiter ausdiskutiert werden. Auch die Gefühle, die zu einzelnen Menschen, positiv oder negativ bestanden haben, sind weiter vorhanden. Viele Aussprachen, an denen irdische Gründe gehindert haben, sind erst jetzt möglich.

Insgesamt haben sich hier alle irdischen Zwänge aufgelöst: Man muss keine Angst mehr haben vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, man muss sich nicht mehr scheuen, dem Vermieter zu sagen, dass es so nicht weitergeht ...

Wiedersehen mit alten Bekannten

Man trifft viele Menschen wieder, die schon vor langer Zeit gegangen sind. Wiedersehensfreude ist ein zentrales Gefühl. Das vermindert den Schmerz, den man vielleicht beim Sterben empfunden hat. Überhaupt erscheint hier die Angst vor dem Tod banal. Jetzt weiß man endlich, dass alles gut wird. Dass nicht alles sinnlos ist. Der Gedanke an einen Tod, nach dem es nicht mehr weitergeht, hat oftmals im irdischen Leben alles so hoffnungslos erscheinen lassen. Warum das alles, wenn irgendwann doch alles plötzlich vorbei sein soll? Aber jetzt weiß ich, dass es immer weitergeht, zeitlos. Man wird alle Menschen wiedersehen, es ist wie eine große Familie. Auch neue Menschen lernt man hier kennen. An meine Uroma habe ich keine konkrete Erinnerung mehr, aber hier werde ich sie neu kennenlernen. Vieles, was im irdischen Leben völlig unklar geblieben ist, klärt sich jetzt hier. Jetzt sieht man Zusammenhänge, jetzt weiß man, warum manches auf der Erde so oder so gelaufen ist.

Gott und die Versöhnung

Der Tod ist nicht das Ende, er ist ein Übergang. In diesem Jenseits spielt auch Gott eine Rolle. Auch hier ist er nicht sichtbar, aber geistig da.

Klarer als vorher wissen wir nun, was an unserem Leben auf der Erde gut und was schlecht war. Was nicht gelungen ist, spielt auch hier eine Rolle, aber nicht im Negativen: Auch hier ist die Chance zur Versöhnung gegeben. Menschen, mit denen man sich auf der Erde im Streit getrennt hat, wird man hier wiedersehen - und man kann sich versöhnen, sich aussprechen. Durch die Versöhnung kommen wir in einen Zustand, den die Psychologie Flow nennt. Man verspürt nur noch Freude, wenn Versöhnung gelungen ist.