Das Leben nach dem Tod beschäftigt Wissenschaftler, Geistliche, Philosophen und den Menschen von nebenan seit jeher gleichermaßen. In einer stillen Minute habe auch ich mich gefragt, was nach meinem Tod kommen könnte und wohin geliebte Menschen nach ihrem Tod gegangen sind.

Nichts geht verloren

Wanderung ins Nebenzimmer

Ich denke, dass nach dem Tod nichts verloren geht. Unsere menschliche Hülle wird von Kleinlebewesen zerlegt, sodass andere von uns profitieren. Das, was bleibt, ist unsere Seele. Dies hoffe ich zumindest. Nachdem wir gestorben sind, trennt sie sich von unserem Körper und geht in eine Parallelwelt über.

Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass wir nach dem Tod nur ins Nebenzimmer gehen. Dies ist eine schöne Vorstellung. Im Universum geht nichts verloren. Unsere Seele lebt weiter. Wir können uns entscheiden, welche Form wir annehmen wollen und ob wir uns wieder dem irdischen Leben widmen möchten.

Im jetzigen Leben begegnen wir überall verstorbenen Seelen. Sie verbergen sich in anderen Personen, Tieren oder in der Natur. Meist können wir sie nicht wahrnehmen, da wir uns gegen die spirituelle Seite wehren. Die Geisterwelt hingegen ist frei von irdischen Sorgen. Ein anderer Bewusstseinszustand wird erreicht. Die Eigenschaften und Vorlieben, die wir im vorherigen Leben hatten, gehen nach dem Tod allerdings nicht verloren. Sie bleiben bestehen und prägen die Person, das Tier oder die Pflanze, in die die jeweilige Seele übergeht. Ob dies so stimmt, weiß ich natürlich nicht. Mir gefällt jedoch der Gedanke, dass es ein Weiterleben gibt und wir eine weitere Chance zu einem irdischen Dasein erhalten. Diese müssen wir aber nicht ergreifen. Wir können auch in der Geisterwelt verbleiben.

Alles kommt zurück

An das Jüngste Gericht im herkömmlichen Sinne glaube ich nicht. Trotzdem lässt mich der Gedanke nicht los, dass gute Taten auf uns im Leben und nach dem Tod zurückkommen. Gleiches zählt natürlich für schlechte Dinge, die wir begangen haben. Wer ein reines und aufrechtes Leben geführt hat, erhält vom Universum nach dem Tod eine Grundzufriedenheit und eine Schmerzfreiheit. Dies hoffe ich inständig für die lieben, verstorbenen Personen in meinem Leben. Sie erfahren kein Leid mehr und befinden sich in einem Zustand des Glücks. Wenn sie möchten, können sie sich dem irdischen Leben zuwenden und in ein neues Leben schlüpfen. Wahrhaftig schlechte Menschen finden auch im Tod keinen Frieden und keine Freiheit. Die bösen Eigenschaften werden sie nicht loslassen und weiterhin quälen. Ihre einzige Möglichkeit, sich von dem Schlechten zu befreien, ist wieder auf der Erde zu leben. Sie erhalten dann eine neue Chance. Vielleicht schaffen sie es, jetzt weniger Leid verursachen. Da in ihnen jedoch die alte, böse Seele steckt, müssen sie gegen diese im neuen Leben ankämpfen. Der Tod ist daher kein "Resetknopf", sondern Teil eines Kreislaufes.

Alte Freunde und Familienangehörige wiedersehen

Meine Hoffnung ist, dass ich im Jenseits verstorbene Freunde und Familienangehörige wiedersehen kann. Ich denke, dass ein Treffen möglich ist. Das Wiedersehen wird jedoch anders verlaufen als bei uns im irdischen Leben. Wir nehmen andere Seelen nach dem Tod auf einer anderen Ebene wahr. Gespräche werden nicht geführt. Es geht mehr um ein Fühlen. Wenn wir möchten, können wir auch mit geliebten Personen verschmelzen. Gemeinsam kann dann die Ewigkeit genossen werden und sich der Erde abgewandt werden. Zudem ist es möglich, gemeinsam in ein neues irdisches Leben zutreten. Liegt der Todeszeitpunkt von zwei Personen sehr weit auseinander, ist ein Wiedersehen schwieriger. Vielleicht ist die andere Person auch schon in einen anderen Körper übergegangen. Gelegentlich ist in Zeitungen zu lesen, dass ein Seniorenpaar beschließt, gemeinsam zu sterben. Für mich ist der Gedanke beruhigend, dass diese beiden Personen nun miteinander für ewig verschmolzen sind. Dies funktioniert jedoch nur, wenn beide es auch wirklich wollen.