Hoffnung nach dem Tode

Viele Menschen stellen sich das Jenseits wie die Wirklichkeit auf Erden vor. Nur eben perfekter, ohne Armut, Krankheit und Tod. Dieses vage Bild existiert unabhängig von Glaubensrichtungen und Kulturen. Es entspringt der Hoffnung, dass nach dem Tode etwas existiert, das schöner und besser ist, als das Diesseits. Und dass man vielleicht ein paar der Dinge erhält, die einem auf Erden verwehrt geblieben sind. Das könnte zum Beispiel Wohlstand, Gesundheit oder das Wiedersehen mit Menschen sein, die man schon lange vermisst hat.

Reales Jenseits Liebe

Wiedervereinigung in einer besseren Welt

Familien werden zusammengeführt, alte Freunde treffen sich wieder. Menschen, die sich liebten und die vom Tode getrennt wurden, können wieder miteinander leben, falls sie das möchten. Man tauscht sich aus, erzählt sich Dinge, die man unbedingt loswerden will. Fragen werden beantwortet, zur Vergangenheit auf Erden und zur Zukunft im Jenseits.

Beruf und Besitz im Jenseits

Die neue Welt ähnelt der alten. Doch sehen die Menschen nicht nur jünger, sondern auch glücklicher aus. Hier gibt es keine Kriege, Gewalt, Existenznöte - und kaum noch materielle Zwänge. Die gesamte Stimmung ist entspannter und friedlicher. Es herrscht zwar kein ausufernder Reichtum, doch kriegen die Menschen weitgehend das, was sie benötigen und sich aus ganzem Herzen wünschen.

Nach wie vor gibt es berufliche Aufgaben und Pflichten, aber die Arbeit wirkt nachhaltiger, ist effektiver. Man hetzt weder dem schnellen Geld noch Schulden hinterher. Beruf und Freizeit halten sich die Waage. Der Mensch hat jede Menge Zeit, um seinen vielfältigen Interessen nachzugehen oder sich einfach zu entspannen. Und wenn er es liebt, viel zu arbeiten? Wird ihn niemand daran hindern. Und wenn dabei etwas Nützliches herauskommt, wird das auch sicher belohnt.

Wahrnehmung, Energie und Schönheit

Auch wenn das Jenseits unserer irdischen Wirklichkeit stark ähnelt, erscheint es bunter und strahlender. Einige Farben sind völlig neuartig. Kunst und Kultur entspringen einem erweiterten Bewusstsein und sind noch beeindruckender, als auf Erden.

Der Mensch fühlt sich kräftiger und wohler. Er verfügt über viel mehr Energie. Das steigert seine Lebensfreude, seine Neugier, sein Verlangen, sich mit Anderen auszutauschen.

Es gilt, einen gigantischen Lebensraum zu erkunden, weitaus größer als die Erde, weil er unzähligen Seelen, die einmal gelebt haben, Platz bietet. Wer gerade erst in das Jenseits eingetreten ist, wird von nahestehenden Menschen an die Hand genommen, bekommt Fragen beantwortet und kann Bücher darüber lesen. Vermutlich bricht man früher oder später auf, um diese Welt zu bereisen und alles mit eigenen Augen zu sehen.

Ist das die Ewigkeit?

Im Grunde ist dieses Jenseits sehr irdisch. Es könnte ewig so weitergehen und die Menschen wären glücklich. Eine solche Welt bietet jede Menge Raum für Selbstverwirklichung und Wachstum. Es gibt unzählige Erfahrungen zu machen und Orte zu entdecken. Ganze Bibliotheken mit Wissen warten darauf, aufgenommen zu werden. Das Bewusstsein kann sich durch gezielte Meditation weiterentwickeln. Vielleicht findet man sein Glück im Genießen eines behaglichen Alltags. Oder man führt ein abenteuerliches Leben voller Spannung und neuen Eindrücken. Das Beste ist vermutlich eine Mischung aus allem, je nach gegenwärtiger Laune.

Doch was, wenn irgendwann eine gewisse Grenze erreicht ist? Wenn sich Überdruss und das Gefühl der Sinnlosigkeit mehren? Wenn das Leben langsam zur Bürde wird. Das geschieht wohl nicht nach hundert oder zweihundert Jahren, vielleicht aber nach fünfhundert oder tausend Jahren, oder noch später.

Es wäre sehr gut möglich, dass die Seele auch diesen wundervollen Ort irgendwann verlässt, dass sie zu neuen Ufern aufbricht und neue Formen des Daseins entdeckt. Diese liegen jenseits unserer heutigen Vorstellungskraft.