Schön ist es hier fast nie, dafür bedrückend und trostlos. Und vom Paradies liegt das Fegefeuer weit entfernt. Trotzdem kann sich die Seele, die hier landet, wahrscheinlich überglücklich schätzen. Denn sie ist am Leben und erhält die Chance, sich auf ein Dasein in einer besseren Welt vorzubereiten.

Fegefeuer

Sünde und Läuterung

Der Mensch hat auf Erden - oder bereits an jenseitigen Orten - Sünden begangen. Vielleicht gibt es sogar etwas Ähnliches wie eine Erbsünde. Etwas, wofür er nichts persönlich kann und das ihm anhaftet, wovon er sich erst befreien muss, um weiterziehen zu können.

Ziel des Fegefeuers ist nicht die Strafe. Selbst wenn diese Sünden absichtlich verschuldet wurden. Hier geht es um Läuterung und um inneres Wachstum. Der Mensch soll wirklich einsehen, was er verbrochen hat, welches seine Fehler waren, was er alles so viel besser hätte machen können. Dieser Schmerz über verpasste Gelegenheiten und schwere Fehltritte ist eine prägende Erfahrung. Er lässt Lehren aus der Vergangenheit ziehen und sorgt dafür, dass man in Zukunft zu einem besseren Menschen wird.

Finden des höheren Selbst

Warum die Seele im Fegefeuer gereinigt werden soll, hat auch ganz praktische Gründe. Wer sich falsch verhalten hat, könnte das wieder tun, zumindest wenn es zu keiner Einsicht und keiner Kurskorrektur kommt. So ein Charakter wäre nicht geeignet, um in einer weiterentwickelten Welt zu leben. Auch für deren Bewohner wäre er nicht zumutbar, weil er Unfrieden bringen und die Harmonie stören würde. Das Fegefeuer unterstützt die Befreiung des Menschen von seinen Schattenseiten. Es hilft ihm, mit der Zeit zu seinem höheren Selbst zu finden und innerlich rein zu werden. Dadurch erweist er sich als würdig, eine bessere und friedlichere Welt zu bewohnen.