Die Jenseitsvorstellung im Buddhismus greift die Vorstellung einer Wiedergeburt auf. Das Dasein, so glücklich es im Einzelfall sein mag, ist vergänglich und kann daher nie eine ganzheitliche Erfüllung bieten. Im Buddhismus wird vielmehr angestrebt, sich von dem stetigen Kreislauf aus Geburt und Sterben zu befreien. Die Loslösung wird als Nirvana bezeichnet und stellt eine absolute sowie unpersönliche letzte Wirklichkeit dar. Damit wird jegliches Leiden beendet.

Jenseitsvorstellung Buddhismus

Wiedergeburt und Erlösung

Die fünf Dharmas

Im Buddhismus ist der Mensch ein relativ unwichtiges Lebewesen. Er verfügt über keine Seele, die von Wiedergeburt zu Wiedergeburt weitergegeben werden könnte, um schließlich eine Erlösung zu finden. Der Mensch setzt sich vielmehr aus fünf Dharmas zusammen, also aus den Faktoren, die das Sein bestimmen.

Ein gläubiger Buddhist möchte dem leidvollen Wiedergeburtskreislauf entfliehen, indem er die Erlösung bzw. das Nirvana erreicht. Ein Leben nach seinen religiösen Wertvorstellungen ist für ihn die einzige Möglichkeit, dies zu erlangen.

Die unsterbliche Seele?

Dieses Konzept des stetigen Leidens gründet sich auf dem Ansatz, dass der Mensch hilflos den negativen Gegebenheiten der Welt ausgeliefert ist. Ihm ist es nicht möglich, dem Alter, Krankheiten oder gar dem Tode zu entfliehen. So wird er stetig geboren und stirbt nach einer gewissen Zeit erneut. Nach der Jenseitsvorstellung im Buddhismus erreicht er den Frieden nicht von selbst, sondern wird wiedergeboren. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass der Mensch in seiner vorherigen Individualität nicht wiederholt ins Leben zurückkehrt. Er wird ein anderes Individuum, welches nun erneut den leidensvollen Weg des Lebens gehen muss. Damit grenzt sich der Buddhismus deutlich von dem Hinduismus ab. Hindus glauben an die Wanderung der Seele. Buddhisten möchten dagegen nicht wiedergeboren werden. Sie versuchen, durch ein aufrechtes Handeln die Wiedergeburt zu umgehen und ins Nirvana einzutreten.

Der Begriff Nirvana kann als Erlöschung übersetzt werden und ist mit der Erlösung im christlichen Glauben zu vergleichen. Mit Erlöschung wird im Buddhismus das Eliminieren jeglichen Leidens beschrieben. Auch eine Wiedergeburt in Form einer Gottheit wird nicht als erstrebenswert erachtet, da diese Daseinszustände ebenfalls bedingt und somit vergänglich sind.

Nirvana und das Leben nach dem Tod

Jegliche Taten eines Menschen in seinem Dasein haben unmittelbaren Einfluss auf eine mögliche Erlösung beziehungsweise auf die Art der Wiedergeburt. Um das Nirvana zu erreichen, versucht ein Buddhist sich an den edlen achtfachen Pfad zu halten, der ein Handeln ohne Hass, Habgier, Neid, Unwissenheit und Begehren vorsieht. Nur wenn ein strenges Leben nach dieser Wertvorstellung geführt wird, steht das Nirvana dem Gläubigen offen. In der Praxis ist es daher ein mühsamer Weg, erlöst zu werden. Früher glaubten viele Buddhisten, dass lediglich sehr gläubige sowie auserwählte Mönche diese erstrebenswerte Stufe erreichen könnten. Heute wird dieser Gedanke immer stärker von der Idee verdrängt, dass jeder, der ein Leben nach dem achtfachen Pfad führt, die Erlösung erreichen kann.

Über die Beschaffenheit des Nirvanas gibt es verschiedene Ansichten. Allen ist jedoch gemeinsam, dass es nicht mit dem christlichen Himmel gleichzusetzen ist und auch nicht mit einem Schlaraffenland, in dem alle Gelüste Wirklichkeit werden. Zudem handelt es sich auch nicht um ein großes Nichts, sondern ist vielmehr das Ende des leidenden Daseins und damit das Erlöschen des Hasses, des Nichtwissens und der Begierde.