Lot, der Neffe Abrahams, lebt mit seiner Familie in der Stadt Sodom. Noch heute kennen wir den Begriff von Sodom und Gomorrha als Bild für ein großes und ungebührliches Durcheinander. So waren die Menschen in diesen beiden Städten weder gottesfürchtig noch kümmerten sie sich um ein menschliches Miteinander. Jeder tat das, was ihm gefiel, trieb Unzucht, beraubte den Nachbarn, tötete, wo es ihm in den Sinn kam. Jeder suchte seinen eigenen Vorteil. Ein solches Handeln verärgerte Gott und er beschloss, die beiden Städte dem Erdboden gleichzumachen. Abraham wollte ihn davon abbringen, denn er glaubte, es gäbe auch andere Menschen dort. Schließlich konnte er sich nicht vorstellen, dass sein Neffe ein schlechter Mensch war. Doch Gott gewährte den Städten nur einen Aufschub.

Die Warnung

Er schickte also zwei Engel nach Sodom, die sollten Lot und seine Familie dazu bewegen, die Stadt zu verlassen. Lot aber war nicht so leicht zu überzeugen. Erst als sich die früheren Nachbarn gegen ihn wandten, wollte auch er nicht mehr in Sodom bleiben.

Die Engel rieten Lot und seiner Familie dazu, sich nicht umzuwenden, keinen Blick zurückzuwerfen auf das Drama, das sich in der Stadt anbahnte. Lot und seine Töchter gehorchten den Engeln, seine Frau aber war zu neugierig. Sie wollte sehen, wie die Stadt unterging. Sie wollte ihre Neugierde befriedigen. Vielleicht dachte sie auch, dass es den anderen Recht geschieht, was mit ihnen passiert. In der Bibel steht, Lots Frau sei zu einer Salzsäule erstarrt. Sie musste somit an Ort und Stelle stehen bleiben und unablässig auf das Verderben blicken. Was ist, wenn man uns heute vor einem drohenden Unheil warnt? Hören wir zu?

Schenken wir den Warnungen Glauben oder machen wir einfach weiter wie bisher? Sind wir neugierig auf das Unglück anderer? Die Schaulustigen, die an Unfallorten abbremsen und sich und andere gefährden, lassen es vermuten. Nichts ist aufregender, als das Unglück anderer. Wir bleiben wie Lots Frau stehen und können den Blick nicht abwenden, obwohl wir die Warnung des Engels im Ohr haben. "Das Unglück kann auch dich treffen. Das geht schneller als du denkst. Und dann schauen andere sensationslüstern zu und du kannst nicht mehr weglaufen."