Hagar ist ja schon einmal einem Engel begegnet. Auf seinen Rat hin ist sie zu ihrer Herrin zurückgekehrt und hat dort ihren Sohn Ismael zur Welt gebracht. In der Folge der Ereignisse begegnen wir den beiden noch einmal. Inzwischen wurde der Herrin aber mit der Prophezeiung verkündet, sie solle einen anderen Namen tragen und nicht mehr Sarai heißen.

Trost

Das Kind ist klein, kaum entwöhnt, da will Sara, die ja inzwischen selbst Mutter ist, die unliebsame Magd endlich loswerden. Sie ist von der Eifersucht auf die Frau und das Kind getrieben. Deshalb redet sie auf Abraham ein, bis er die Frau aus seinem Dienst entlässt. Nur einen Wasserschlauch gibt er der Magd mit auf den Weg und das Kind in ihrem Arm.

Hagar wandert durch die Wüste, bis sie völlig entkräftet ist. Der Wasserschlauch ist leer, das Kind und sie werden umkommen, so glaubt sie. Sie ist völlig blind gegenüber ihrer Umwelt. So legt sie das Kind neben einen Dornbusch, sicher, dass sie beide hier den Tod finden werden.

Doch das Geschrei des sterbenden Kindes will sie nicht hören. Sie fühlt sich schwach, erniedrigt, ausgepumpt, mutlos. Die einstige Prophezeiung des Engels, dass ihr Sohn einen bedeutenden Zweig der Menschheit begründet, hat sie vergessen. Dort liegt sie und wartet auf den Tod. Dabei übersieht sie, dass sie ganz in der Nähe eines Brunnens lagert, dass sie gar nicht vor Durst sterben müsste, wenn sie sich nur aufmerksam umsehen würde, dass sie und Ismael nicht auf Abraham angewiesen sind, um zu überleben.

Wenn wir von Sorgen belastet werden, übersehen wir das Naheliegende. Hagar und Ismael sterben nicht. Ein Engel kommt heran, er tröstet Hagar und erinnert sie an das Versprechen Gottes. Er zeigt ihr das, was sie am nötigsten braucht und weist Hagar auf den Brunnen hin. Dort versorgt sie sich und den Sohn mit frischem Wasser, dann kann sie gestärkt weiterziehen auf ihrem Weg.